Lebensträume

„A healthy person is one who can live fully his unavowed dreams.“ – (Moshé Feldenkrais, „On Health.“ Dromenon, 1979)

Haben die Träume deiner Kindheit einen Platz in deinem Leben als Erwachsener? Tust du das, was du bewusst oder unbewusst schon immer gerne getan hättest? Hast du das Gefühl, auf dem für dich richtigen Weg zu sein?

Moshé Feldenkrais Maß für Gesundheit war nicht die An- oder Abwesenheit von Krankheit, sondern die Fähigkeit eines Menschen, seine bewussten und unbewussten Träume zu leben! Dabei dachte er vor allem an die sinnesreichen Träume, die wir in der Kindheit und Jugend hatten, bevor all die praktischen Themen des Lebens unser Verhalten zu dominieren begannen. Vielleicht der Wunsch zu malen, Gedichte zu schreiben, zu tanzen, zu singen, Theater zu spielen oder eine Weltreise zu unternehmen – um nur wenige markante Beispiele zu nennen. Vielleicht handelt es sich auch um eine spezielle, ganz individuelle Art und Weise, eine bestimmte Tätigkeit auszuführen und das eigene Leben zu gestalten. Wir alle haben solche Träume während wir aufwachsen. Oft beinhalten sie die Sehnsucht, einen einzigartigen Aspekt der eigenen Persönlichkeit mit Anderen und der Welt zu teilen. Etwas, das uns ganz und gar mit Lebendigkeit, Präsenz und Freude erfüllt, etwas, das uns spüren lässt, wer wir im Grunde wirklich sind.

Es scheint heute nahezu eine Kunst zu sein, ein Leben zu führen, bei dem man sowohl mit den eigenen Träumen in Kontakt bleiben als auch seinen Verpflichtungen angemessen nachkommen kann. Dabei dürften diese beiden Aspekte des Lebens kein Widerspruch sein, im Gegenteil: Für ein erfülltes, vitales und befriedigendes Leben müssen sie Hand in Hand gehen!

Lebensumstände oder eine Arbeit, die sämtliche Träume und tieferen Aspekte des Selbst außen vor lassen, können weder erfolgreich noch gesund sein. Wenn die Anforderungen der sozialen und beruflichen Rollen so dominant werden, dass die Lebensbalance in eine schwere Schieflage gerät, fühlen wir uns nicht nur gestresst, sondern tief innen auch unehrlich uns selbst gegenüber, weil ein wesentlicher Teil fehlt. Dieses Gefühl, irgendwie unvollständig zu sein, kann etwas Gutes haben und uns zu den Träumen zurückführen, die uns tief im eigenen Inneren motivieren und antreiben.

Meine Erfahrung ist: Wenn man über längere Zeit regelmäßig Feldenkrais praktiziert, stößt man allmählich unweigerlich auf die tieferen Motivationen und verborgenen Träume, die in einem schlummern. Diese Art der achtsamen, ganzheitlichen Körperarbeit hilft einem, Stück für Stück besser zu erkennen wer man wirklich ist und drängt einen dazu, dem Leben zu verleihen, was man entdeckt.

„Auch in unserer Kultur gelingt es Einigen, ihren gesunden Lebensprozess bis ins hohe Alter zu kultivieren – ein Alter in dem die Ungesunden bereits kauzig und krank sind. (…) Der herausragende Unterschied zwischen solch gesunden Leuten und den Anderen ist, dass sie, sei es per Zufall, durch Genie oder weil sie einen gesunden Lehrer hatten, herausgefunden haben, dass Lernen das Geschenk des Lebens ist. Sie lernen zu erkennen, wie sie handeln und sind deshalb in der Lage zu tun, was sie wollen – ihre verborgenen und zuweilen bewussten Träume intensiv zu leben.“ – (Moshé Feldenkrais, „On Health.“ Dromenon, 1979)

Zusammen mit meiner Kollegin Kerstin Graß, die als Personal Coach ein wirksames Handwerkszeug besitzt, mit dessen Hilfe man an der Verwirklichung seiner Träume arbeiten kann, biete ich am 3. und 4. Februar 2012 ein Wochenendseminar „Inspiration Lebenstraum an. Es soll eine Werkstatt sein, in der die Teilnehmenden mit den Quellen der eigenen Träume in Kontakt treten können. Feldenkrais-Stunden, Imaginationsübungen und verschiedene Coaching-Techniken werden einen sicheren, gut geführten Rahmen bieten, um sich mit den schlummernden oder bereits erwachenden Lebensträumen auseinander setzen zu können und erste Schritte zu ihrer Verwirklichung zu finden. (Mehr unter Cordoror)

Kraft aus der Mitte

Beim Erarbeiten des Tagesworkshops „Kraft aus der Mitte“ habe ich mich (wieder einmal) intensiv mit Moshé Feldenkrais Buch „Das starke Selbst“ beschäftigt. Seine Ideen über die Körper-Mitte waren für mich von Anfang an etwas vom Faszinierendsten an seiner Methode.

 „Die Beckengegend ist der Grundstein aller Bewegung und somit Grundlage des Lebens (…). Sie muss frei sein von Zwang und Starre, frei, sich buchstäblich nach allen Richtungen zu bewegen. (…) Sie ist es, die den Körper in jeder Handlung gleichsam abbildet“

(Moshé Feldenkrais, Das Starke Selbst, Suhrkamp 1992, S. 266/267).

Moshé Feldenkrais –war nicht nur Ingenieur und Wissenschaftler, er war auch dreißig Jahre seines Lebens ein passionierter Kampfkünstler (Jiu-Jitsu und Judo). Seine eigene Methode ist von den Prinzipien und der Weisheit fernöstlicher Bewegungskunst inspiriert und durchdrungen. Sehr knapp zusammengefasst kann man sagen, dass Judo ein Destillat von Jahrtausende altem Erfahrungswissen darüber ist, wie sich Menschen unter den denkbar schwierigsten Bedingungen so gut bewegen können wie es irgend möglich ist.

Als Ingenieur war es für Feldenkrais leicht zu erkennen, dass im Judo die Prinzipien der Mechanik in einer Weise auf den menschlichen Körper angewendet werden, welche es gestattet, sich optimal zu bewegen. Dabei spielen zwei Hauptideen eine wichtige Rolle: Die Kraftübertragung durch das Skelett und die Wichtigkeit der Körpermitte.

Bei dem Prinzip, wie sich Kraft durch das Skelett fortbewegt bildet das Skelett quasi die Eisenbahnschienen, über welche die Kraft durch den Körper reist. Jedes Mal, wenn man sich bewegt, generiert man Kräfte, die durch Knochen und Gelenke hindurch geleitet werden. Selbst wenn man sich nicht bewegt, hängt man von diesen Kräften ab. Die Schwerkraft drückt durch das Skelett hinunter in den Boden – und wenn das Skelett sich in der richtigen Stellung befindet, stößt es einen zurück nach oben. Diese Art der Kraftübertragung funktioniert auch, wenn man eine Tür öffnet, seine Schuhe auszieht oder einen Kinderwagen schiebt etc.

Aus biomechanischer Sicht handelt es sich bei der Körpermitte um die Region mit der größten Knochenmasse. Das Becken ist das Gravitationszentrum des Körpers. Wenn man sich eine Kugel mit einer Kette denkt (z.B. eine altmodische Fußschelle, die aus einer Eisenkugel bestand, an der eine Kette befestigt war), dann ist offensichtlich, dass man an der Kette herumrütteln kann soviel man will, die Kugel bewegt sich nicht. Wenn man allerdings die Kugel bewegt, dann muss sich auch die Kette bewegen! Übertragen auf den Körper entspricht die Kugel dem Becken und die Kette der Wirbelsäule.

Auch die größten Muskeln sind um das Becken herum gruppiert. Das lässt sich mit einem Seestern vergleichen: in der Mitte groß, an den Enden klein. Ebenso verhält es sich mit der Muskulatur, die kleinsten Muskeln sind an der Peripherie, die größten in der Mitte. Wenn wir uns effizient bewegen wollen, müssen die größten und stärksten Muskeln die größte Arbeit vollbringen. Die kleinen Muskeln hingegen sind dazu da, die Bewegung zu leiten und zu lenken, nicht sie zu erzeugen.

Ein anderer Aspekt der Körpermitte ist die Idee eines energetischen Zentrums, die ebenfalls aus den fernöstlichen Bewegungskünsten stammt. Dieses Zentrum befindet sich in der Region des Unterbauches, etwa drei Fingerbreit unterhalb des Bauchnabels. Es gilt als Sitz der Lebensenergie – des Qi (Chin.) oder Ki (jap.). Diese Region spielt in vielen Kulturen eine zentrale Rolle und ist unter verschiedenen Namen bekannt: Auf Japanisch heißt sie Hara oder Tanden, in der Chinesischen Medizin handelt es sich um das untere Dantian und im indischen Yoga entspricht sie in etwa dem Sakralchakra, dem zweiten der sieben Hauptchakren.

Moshé Feldenkrais ging als westlich geprägter Wissenschaftler sehr vorsichtig mit dem Begriff der Energie um. Er geht auf diesen zweiten Aspekt der Körpermitte nur indirekt ein, wenn er in einigen seiner Stunden die Anweisung gibt, alles mit der Vorstellung zu tun, das ganze Selbst sei im Bereich des unteren Bauches lokalisiert oder der Impuls zu jeglicher Handlung solle von dort ausgehen. Ihm ging es um eine potentielle Handlungsbereitschaft und Präsenz ausgehend von der unteren Bauchregion, die – wenn sie erreicht wird – ganz automatisch einen vitalen Fluss der Lebenskräfte gewährleistet.

In seinem Buch „Das starke Selbst“ betont er diesbezüglich die enorme Wichtigkeit eines „gefüllten“ Unterleibs. Wörtlich schreibt er:

 „Es gibt wahrscheinlich keinen anderen Körperteil, über den so viele Halbwahrheiten gesagt worden sind und gesagt werden wie über den Unterleib. Manche Schulen wollen ihn flach und hart wie ein Brett; ihn einzuziehen, wird von nahezu allen empfohlen. Hier scheinen die großen Judomeister einem richtigen Verständnis seiner Funktion näher zu sein als andere Schulen, und manche von ihnen beherrschen ihn vollkommen. Der schwere Inhalt der Unterleibsgegend sowie die Lungen, das Herz und die Stimmwerkzeuge hängen letztendlich an der Wirbelsäule, wie auch die Muskeln, die alles halten. Der eigentliche Inhalt des Unterleibs, d.h. alles unterhalb des Zwerchfells, wird von den Muskeln des Beckenbodens gestützt. Alle diese Muskeln müssen tonisch zusammengezogen sein, das bedeutet: Absichtliche Handlung sollte den Grad ihrer Kontraktion nicht stören. Wenn Wirbelsäule und Kopf richtig getragen werden, wird die Spannung in Beckenboden, Unterleib, Zwerchfell, Kehle und Zunge nur von deren Eigengewicht bestimmt. (…) Der untere Unterleib muss frei von absichtlichen Spannungen sein. Er ist gefüllt, gleichsam annähernd prall, d.h. man glaubt förmlich sehen zu können, wie das Gewicht der Eingeweide gegen die Bauchwand wiegt.

(Moshé Feldenkrais, Das Starke Selbst, Suhrkamp 1992, S. 249)

Das Gefüllt-Sein des unteren Bauchs, das man empfindet, wenn keine parasitären Kontraktionen vorhanden sind, bezeichnet Feldenkrais als den besten Anhaltspunkt, an dem man sich orientieren kann, um eine angemessene Haltung wieder herzustellen.

Er benutzt das Bild eines Tellerjongleurs, um eine gut ausbalancierte dynamische Haltung zu beschreiben: Das Becken trägt das Rückgrat und der Kopf sitzt oben auf, wie der Teller auf dem Ende des Bambusstabes eines chinesischen Jongleurs. Alles was sonst den Körper ausmacht hängt an der Wirbelsäule! Effektive, gut organisierte Handlungen sind nur möglich, wenn sich das Becken in all seinen Gelenken ungehindert bewegen kann und der Unterbauch frei von überflüssiger Spannung ist. Sobald eine der möglichen Beckenbewegungen eingeschränkt ist, wird der Fluss der Handlungen unterbrochen und man benötigt große Anstrengung im Schultergürtel oder in den Beinen, um das zu tun, was man mit einem beweglichen Becken leicht ausführen könnte.

 „Jede gut organisierte Handlung beginnt mit einer Bewegung des Beckenknochens, der sich so verschiebt, dass er die Wirbelsäule und den Kopf in eine neue Stellung bringt, ohne dabei die völlige Bewegungsfreiheit des Kopfes im Geringsten zu beeinträchtigen. Kontrolle über Kopf und Becken sind daher in jeder korrekten Handlung unabdingbar und keinem lässt sich der Vorrang zusprechen.“

(Moshé Feldenkrais, Das Starke Selbst, Suhrkamp 1992, S. 191)

Tatort-Kommissarin macht Feldenkrais

Ulrike Folkerts, die im Ludwigshafener „Tatort“ die Hauptkommissarin Lena Odenthal spielt, nimmt seit Jahren Feldenkrais-Stunden. In ihrem Buch „Das macht mich stark“ widmete sie der Feldenkrais-Methode ein ganzes Kapitel. Im Folgenden ein paar Zitate:

„Es sind spannende Momente wenn man neue Bewegungsabläufe in seinem und durch seinen Körper entdeckt.(…)

 Ich bekam einen Tipp von Lena Odenthals Kollegen Kriminaloberkommissar Mario Kopper. Versuch’s doch mal mit Feldenkrais. Ich hatte keine Vorstellung davon, was sich dahinter verbergen könnte. Aber neugierig, wie ich bin, war ich bereit für ein Abenteuer. Ich fand eine sehr sympathische Feldenkrais-Lehrerin und eine behagliche Atmosphäre (…) Ich hatte immer wieder stressbedingte Verspannungen im Nacken und Rücken und weil unser Leben schon schnell genug geht, entdeckte ich mit Feldenkrais
sehr gerne die Langsamkeit.(…)


 „Was mir besonders gefiel war die Tatsache, dass es bei Feldenkrais überhaupt nicht darum geht, falsche oder schlechte Gewohnheiten irgendwie auszumerzen. Die Feldenkrais-Methode zielt auf ein körperliches Lernen, auf Lernprozesse durch Bewegung, die Veränderungen in der inneren und äußeren Haltung anregen. (…) Der Sinn des Ganzen besteht darin festzustellen, wie das Gehirn mit einer neuen Situation zunächst zurechtkommt. Das Gehirn fühlt sich aus den gewohnten Bahnen geworfen und muss etwas umbauen. (…) Ich lernte, wie sich seelische Verspannungen, die sich in körperlichen zeigen, verändern können. (…) Ich entdecke Fähigkeiten in meinem Körper und mit meinem Körper, die ich längst vergessen hatte. Ich lerne neu. Ich lerne um. Rein theoretisch können wir unser ganzes Leben lang so lernen, ich habe mein eigenes Potenzial auf diesem Wege überhaupt erst entdeckt.“

„Die Methode macht ehrlich. Wenn man will, bekommt man dadurch einen Zugang zu seinen Gefühlen und gleichzeitig Entspannung und Bewusstheit.“ (Ulrike Folkerts)

Befreundet mit sich selbst

Die Schriftstellerin Christa Wolf beschreibt in ihrem Buch »Ein Tag im Jahr« die Wirkung von Feldenkrais-Stunden sehr treffend mit einem Gefühl des Befreundet Seins und des Einverständnisses mit sich selbst.

 Im Alltag achten wir meist kaum auf die subtileren Empfindungen und Rückmeldungen unseres Körpers. Im Gegenteil — derlei Befindlichkeiten sind uns hinderlich oder gar ein Ärgernis und wir unterdrücken oder ignorieren sie. Der Körper ist uns meist nicht mehr als ein notwendiges Werkzeug, das uns zu Diensten sein soll. Wir sind uns selbst gegenüber oft viel strenger und fordernder, als wir es gegenüber einem Freund jemals sein würden.

Bundesarchiv Bild 183-1989-1027-300, Christa Wolf

Image via Wikipedia

Bei Feldenkrais geht es um einen anderen Umgang mit sich selbst. Anhand von präzisen, spielerisch durchgeführten Experimenten studieren die Teilnehmenden ihre persönliche Bewegungsroutine und lernen schrittweise neue Bewegungsqualitäten kennen. Dabei steht die Suche nach einem angemessenen Kraftgebrauch und die Entdeckung von mehr Leichtigkeit, Geschmeidigkeit sowie erstaunlicher Feinheiten bei jeder noch so einfachen körperlichen Handlung im Vordergrund.

„Was mich an Feldenkrais‘ Art, den Menschen zu sehen, besonders fesselt, ist sein Ansatz. Nicht Ratio oder Willensstärke, nicht Gewalt in irgendeinem noch so weit gefassten Sinn, auch nicht »Selbstbeherrschung« hält er für den Schlüssel zur Heilung der grundlegenden Schäden, an denen der moderne Mensch krankt, sondern ein Umlernen des falsch Gelernten, Angewöhnten und Eingetrimmten, das bei Körperhaltungen und -bewegungen anfängt und beim rein einseitigen Vernunftdenken (noch nicht) aufhört.“ (Christa Wolf, »Ein Tag im Jahr«)

Feldenkrais als Burn-out Prävention

Nicht erst, seit der Fußballtrainer Ralf Rangnick zurückgetreten ist, der ehemalige SPD-Kanzlerkandidat Björn Engholm als Anti-Burn-out-Berater tätig wurde oder der Spiegel seine Titelstory dem Thema widmete, ist Burn-out in aller Munde. Manche argwöhnen bereits, es handle sich um eine reine Modeerscheinung, aber die Tatsache, dass sich immer mehr Menschen vom Druck, der Komplexität und der schieren Menge der täglichen Anforderungen überfordert fühlen, lässt sich nicht einfach wegdiskutieren. Auch ich spüre die Belastungen eines anspruchsvollen Alltags mit den unterschiedlichsten Aufgaben in Familie und selbständiger Tätigkeit ständig. Es kann eine große Herausforderung sein, sich selbst genügend Erholungs- und Mußezeit zu verschaffen und wirksame Maßnahmen zum Ausgleich zu ergreifen. Aber Burn-out ist mehr als Stress und Überforderung, es ist das Resultat eines langen Prozesses der Erschöpfung und Desillusionierung bis hin zu einem Gefühl totaler Sinnlosigkeit.

Ich bin dankbar und glücklich, die Feldenkrais-Methode zu kennen und mit ihr über ein wirksames Werkzeug zu verfügen, das mir nicht nur hilft, mich zu erholen und auf meine Herausforderungen besser einzustellen, sondern das auch eine Quelle vieler sinnlicher (und damit sinn-stiftender) Erfahrungen ist. Ein Mangel an Sinnlichkeit durch die enorme Technisierung des Alltags, wird häufig als Grund für die extreme Zunahme des Burn-out-Syndroms in unserer Gesellschaft genannt. Mit Hilfe der Feldenkrais-Übungen „Bewusstheit durch Bewegung“ erlebe ich mich selbst auf sehr einfache, ursprüngliche Weise. Eine Feldenkrais-Stunde gibt mir einen freien Raum, in dem nichts anderes als meine Erfahrung des Augenblicks zählt. Ich bin im Kontakt mit meiner Innenwelt, mit meinen Gedanken, Gefühlen und Empfindungen. Dadurch kann ich früher und genauer erkennen, wann und wie ich meine Grenzen überschreite, auf subtile Weise meine Überzeugungen verletze oder gegen meinen Willen handle. Zugleich gibt mir die Methode Mittel an die Hand, um einem drohenden Zusammenbruch frühzeitig entgegenzuwirken und mich sowohl körperlich als auch emotional und geistig für meine Aufgaben besser zu organisieren. Das heißt nicht, dass ich mich immer in perfekter Balance befände aber ich kann sie viel schneller als früher wieder erlangen.

Ich glaube, dass die Feldenkrais-Methode für mich eine ideale Burn-out Prävention ist und neben Musik, Wald-Spaziergängen mit meiner Tochter und noch ein paar anderen Dingen viel dazu beiträgt, mich vor dem Ausbrennen zu bewahren…