Archiv der Kategorie: Nutzen

Intelligenter Krafteinsatz aus der Körpermitte

Anläßlich des Workshops »Kraft aus der Mitte« am 24. Juni 2017, habe ich einen älteren Artikel zum selben Thema überarbeitet. Es ist so zentral für die Feldenkrais-Methode, dass sich die Beschäftigung damit immer wieder lohnt!

„Die Beckengegend ist der Grundstein aller Bewegung und somit Grundlage des Lebens (…). Sie muss frei sein von Zwang und Starre, frei, sich buchstäblich nach allen Richtungen zu bewegen. (…) Sie ist es, die den Körper in jeder Handlung gleichsam abbildet.“ – (Moshé Feldenkrais, Das Starke Selbst, Suhrkamp 1992, S. 266/267).

Moshé Feldenkrais war nicht nur Ingenieur und Wissenschaftler, er war auch dreißig Jahre seines Lebens ein passionierter Kampfkünstler (Jiu-Jitsu und Judo). Seine eigene Methode ist von den Prinzipien und der Weisheit fernöstlicher Bewegungskunst inspiriert und durchdrungen. Sehr knapp zusammengefasst kann man sagen, dass Judo ein Destillat von Jahrtausende altem Erfahrungswissen darüber ist, wie sich Menschen unter schwierigsten Bedingungen optimal bewegen können.

Als Ingenieur war es für Feldenkrais leicht zu erkennen, wie im Judo während eines Bewegungsablaufs die Prinzipien der Mechanik auf den menschlichen Körper wirken. Dabei spielen zwei Hauptideen eine wichtige Rolle: Die Kraftübertragung durch das Skelett und die Bedeutung der Körpermitte.

Bei der Idee, dass sich Kraft durch das Skelett fortbewegt, fungieren die Knochen sozusagen als Eisenbahnschienen, über welche die Kraft durch den Körper reisen kann. Jedes Mal, wenn man sich bewegt, generiert man Kräfte, die durch Knochen und Gelenke hindurch geleitet werden. Selbst wenn man sich nicht bewegt, drückt die Schwerkraft durch das Skelett hinunter in den Boden – und wenn sich die Knochen in der richtigen Stellung befinden, stößt es einen zurück nach oben. Diese Art der Kraftübertragung funktioniert auch, wenn man eine Tür öffnet, seine Schuhe auszieht oder einen Kinderwagen schiebt.

Die Körpermitte ist aus biomechanischer Sicht jene Region, welche die größte
Knochenmasse aufweist: Das Becken. Es bildet das Gravitationszentrum des Körpers. Wenn dieser Bereich sich bewegt, muss alles andere folgen. Umgekehrt ist es für die anderen Körperteile schwer, diese große Struktur in Bewegung zu setzen. Als Bild kann man sich eine  eine mittelalterliche Fußschelle vorstellen, die aus einer Eisenkugel bestand, an der eine Kette befestigt war. Es ist offensichtlich, dass man an der Kette herumrütteln kann, ohne dass die Kugel sich groß bewegt. Wenn man allerdings die Kugel bewegt, muss sich auch die Kette bewegen! Übertragen auf den Körper entspricht die Kugel dem Becken und die Kette der Wirbelsäule.

Auch die größten Muskeln sind um das Becken herum gruppiert. Hier bietet sich das Bild eines Seesterns an: in der Mitte groß, an den Enden klein. Ebenso verhält es sich mit der Muskulatur: die kleinsten Muskeln sind an der Peripherie, die größten in der Mitte. Wenn wir uns effizient bewegen wollen, müssen die größten und stärksten Muskeln die größte Arbeit vollbringen. Die kleinen Muskeln hingegen sind dazu da, die Bewegung zu leiten und zu lenken, nicht sie zu erzeugen.

Ein anderer Aspekt der Körpermitte ist die Idee eines energetischen Zentrums, welche ebenfalls aus den fernöstlichen Bewegungskünsten stammt. Dieses Zentrum befindet sich in der Region des Unterbauches, etwa drei Fingerbreit unterhalb des Bauchnabels. Es gilt als Sitz der Lebensenergie – des Qi (Chin.) oder Ki (jap.). Diese Region spielt in vielen Kulturen eine zentrale Rolle und ist unter verschiedenen Namen bekannt: Auf Japanisch heißt sie Hara oder Tanden, in der Chinesischen Medizin handelt es sich um das untere Dantian und im indischen Yoga entspricht sie in etwa dem Sakralchakra, dem zweiten der sieben Hauptchakren.

Moshé Feldenkrais ging als westlich geprägter Wissenschaftler sehr vorsichtig mit dem Begriff der Energie um. Er geht auf diesen zweiten Aspekt der Körpermitte nur indirekt ein. So gibt er in einigen seiner Stunden die Anweisung, alles mit der Vorstellung zu tun, das ganze Selbst sei im Bereich des unteren Bauches lokalisiert oder der Impuls zu jeglicher Handlung solle von dort ausgehen. Ihm ging es um eine potentielle Handlungsbereitschaft und Präsenz in der Region des unteren Bauches, die – wenn sie erreicht wird – ganz automatisch einen vitalen Fluss der Lebenskräfte gewährleistet. In seinem Buch „Das starke Selbst“ schreibt er:

Der untere Unterleib muss frei von absichtlichen Spannungen sein. Er ist gefüllt, gleichsam annähernd prall, d.h. man glaubt förmlich sehen zu können, wie das Gewicht der Eingeweide gegen die Bauchwand wiegt. – (Moshé Feldenkrais, Das Starke Selbst, Suhrkamp 1992, S. 249)

Als Metapher für dieses Gefühl des Gefülltseins im unteren Bauch kann man sich den Bauch eines zentriert und gelassen dasitzenden Buddhas vorstellen, dessen Schwerpunkt tief im Becken liegt und der nicht mehr physische Kraft aufwendet, als unbedingt nötig ist.

Experiment #1: Leg dich auf den Rücken, stelle deine Beine auf und leg deine Hände entspannt auf den unteren Bauch. Huste mehrmals! Beobachte, was der untere Unterleib macht. Kannst du diese Bewegung auch ohne zu husten erzeugen? Aber Achtung: Mach es mit größtmöglicher Leichtigkeit und Sanftheit. Es ist keine Kraftübung!

Experiment #2: Heb die Arme mit der Vorstellung, du würdest eine Axt zum Holzhacken benutzen. Du schwingst die imaginäre Axt über den Kopf und dann beobachte genau den Moment, in dem du die Bewegungsrichtung umkehrst, um die imaginäre Axt nach vorne und unten zu schmettern. Was machst du mit dem Unterbauch?

Zusammenfassung:

Das Becken sollte das Rückgrat tragen und der Kopf oben balancieren, wie der Teller auf dem Ende des Bambusstabes eines chinesischen Jongleurs. Alle anderen Körperteile hängen an der Wirbelsäule! Das Becken trägt das Ganze. Wirksames Handeln ist nur möglich, wenn sich das Becken in all seinen Gelenken frei bewegen kann und der Unterleib frei von überflüssiger Spannung ist. Sobald eine der möglichen Beckenbewegungen eingeschränkt wird, wird der Fluss der Handlungen unterbrochen und es bedarf großer Anstrengung im Schultergürtel, im Nacken oder in den Beinen, um das zu tun, was bei ungehindertem Becken leicht ausgeführt werden könnte.

Wer Lust hat, diese Einsichten praktisch zu erleben und anzuwenden, hat dazu am 24. Juni 2017 Gelegenheit, anlässlich des Tagesseminars „Kraft aus der Mitte“ im Bewegungsatelier, Leipzig.

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Gleichgewicht ist eine Aktivität

Wenn es uns leicht fällt, in vielen verschiedenen Positionen und Umgebungen im Gleichgewicht zu bleiben, gewinnen wir große Bewegungsfreiheit. Wir fühlen uns sicher und frei, wagen uns in die Welt hinaus, probieren neue Dinge aus und bewegen uns problemlos schnell und kraftvoll.

Bewusstheit durch Bewegung © International Feldenkrais® Federation Archive, Robert Golden

Bewusstheit durch Bewegung © International Feldenkrais® Federation Archive, Robert Golden

Die Fähigkeit, im Gleichgewicht zu bleiben, ist verletzlicher und gefährdeter als wir gemeinhin denken. Solange wir damit keine Probleme haben, kommt es uns vor, als sei es das Selbstverständlichste der Welt, ohne umzufallen auf zwei Beinen zu stehen, zu gehen, zu laufen oder zu hüpfen. Wir denken nicht über die Komplexität dieser Aufgabe nach, die unser Gehirn im Hintergrund jeder Tätigkeit ununterbrochen zu meistern hat. Gleichgewichtsprobleme gehören jedoch zu den häufigsten Gründen, weshalb ältere Menschen einen Arzt aufsuchen und sind die Hauptursache für Stürze. Untersuchungen der NASA haben gezeigt, dass bereits junge Menschen in ihren Zwanzigern erste Anzeichen einer verminderten Balancierfähigkeit zeigen.

Das Thema Gleichgewicht ist eine große und sehr grundsätzliche Angelegenheit. Unsere körperliche Struktur ist so beschaffen, dass wir im Grunde genommen ständig fallen. Wir haben eine winzige Basis, ein sehr hoch gelegenes Gravitationszentrum und ganz oben einen ziemlich schweren Kopf. Dank dieser instabilen Struktur haben wir eine enorme Bewegungsfreiheit in alle Richtungen und können uns ohne weiteres in Bewegung setzen oder die Richtung ändern. Als Preis dafür, muss unser Gehirn die ganze Zeit sicherstellen, dass wir nicht fallen. Mit Hilfe somato-sensorischer Wahrnehmungen und der Augen sowie des Vestibularsystems im Innenohr, berechnet es ununterbrochen unsere Position im Raum und koordiniert die Muskeln. Dies ist ein hoch komplexer Prozess, der fortwährend stattfindet, ohne dass wir im Normalfall viel davon mitbekommen.

Es ist hilfreich, sich zu vergegenwärtigen, dass das Gleichgewicht eine Aktivität ist – kein Ding, das wir haben oder eben nicht. Mit der „Aktivität“, das Gleichgewicht spontan und unbewusst jederzeit wiederzufinden, sind wir von Kindesbeinen an vertraut. Wir mussten sie über viele Jahre hinweg lernen und verfeinern. In einem organischen Lernprozess, bei dem wir ausprobierten, scheiterten, wieder ausprobierten, besser scheiterten und so fort, vernetzte sich unser Gehirn in zunehmendem Maße und bildete Muster heraus, die es ermöglichten, uns in der Schwerkraft allmählich aufzurichten. Ein gesundes Kind benötigt rund sechs Jahre um herauszufinden, wie es einige Sekunden lang sicher auf einem Bein stehen kann! Damit nicht genug. Es fährt noch lange damit fort, spielend, laufend, kletternd seine Gleichgewichtsfähigkeit zu verbessern und während des Balancierens zunehmend komplexere Dinge auszuführen.

Anders als Kinder, die ständig in Bewegung sind und ihr Gehirn permanent mit neuen Gleichgewichts-Herausforderungen beschäftigen, verbringen wir als Erwachsene viele Stunden in stabilen Sitzpositionen und lassen unser Gehirn – bezüglich der Aufgabe, das Fallen zu verhindern – buchstäblich verhungern! Auch viele Fitness-Programme fordern das Gleichgewicht kaum heraus. So bieten beispielsweise stationäre Fahrrad-Hometrainer oder das Gewichtheben an einer Maschine nur geringe bzw. gar keine Variationsmöglichkeiten.

Durch die einseitigen Routinen unseres modernen Alltagslebens wird die fundamentale Fähigkeit, unbewusst, fließend und spontan das Gleichgewicht immer wieder zu finden, allmählich beeinträchtigt.

Der beginnende Verlust der Gleichgewichts-Fähigkeit bei jüngeren Menschen führt zunächst zu einer reduzierten Motivation, sich zu bewegen und neue Dinge auszuprobieren. Dies wiederum vermindert weiteres Lernen, schränkt die allgemeine Vitalität und Lebensfreude ein.

Viele ältere Menschen tendieren in der Folge dazu, einen breiteren Stand einzunehmen, beim Gehen zu schlurfen und ihren ganzen Körper immer steifer zu halten. Sie bewegen sich, als wären sie ein fester Klotz und versuchen so Stabilität und Sicherheit zu erzeugen. Tatsächlich verhindern sie auf diese Weise jedoch all die Bewegung, die nötig ist, um sich auszubalancieren. Es entsteht eine fixierte Art von Stabilität wie bei einem Möbelstück.

Zum Glück können wir jedoch viel dafür tun, unsere Balance-Fähigkeit zu erhalten. Das menschliche Gehirn ist unser wandelbarster Körperteil und unter den richtigen Bedingungen kann dem Verlust guten Gleichgewichts entgegen gewirkt werden.

Da Gleichgewicht das Resultat einer komplexen Hirnaktivität ist, die auf organischem Lernen beruht, können wir es beeinflussen. Um die Fähigkeit des Balancierens pflegen und fördern zu können, müssen wir bereit sein, unsere Bewegungs-Gewohnheiten in Frage zu stellen, unsere Balance herauszufordern und unser Gefühl für Bewegung – den kinästhetischen Sinn – zu schulen.

Die Feldenkrais-Methode ist dafür ein optimales Werkzeug. Sie fördert unsere Bewusstheit, um sicherer, leichter und zweckmäßiger handeln zu können. Wenn wir wahrnehmen, was wir tun und erkennen, dass es Alternativen dazu gibt, können wir die eigenen Bewegungen besser lenken und unser Gehirn darf tun, was es am besten kann: Bewegung koordinieren.

Mini-Übung für den Alltag: »Challenge your Balance!«:

  1. Innehalten und den Körper spüren: Nimm dir vor, zwei bis drei mal am Tag während einer Tätigkeit innezuhalten und auf die Empfindungen des eigenen Gewichts und des Atems zu achten. Schließ die Augen und frage dich: „Wie sieht meine Körperhaltung aus? Welche Teile meines Körpers berühren gerade den Boden? Wie ist meine Beziehung zur Schwerkraft in diesem Augenblick? Kann ich etwas daran verbessern, indem ich überflüssige, unzweckmäßige Anstrengungen sein lasse? Ist meine Wirbelsäule aufrecht oder gebeugt? Wie fühlen sich die Schultern an? Was macht die Atmung? Ist der Kiefer locker? Sind die Augen entspannt?“

    Bewusstheit durch Bewegung © International Feldenkrais® Federation Archive, Robert Golden

    Bewusstheit durch Bewegung © International Feldenkrais® Federation Archive, Robert Golden

  1. „Erden!“: Geh erneut mit deiner Aufmerksamkeit bewusst zu den Stellen deines Körpers, die den Boden oder eine andere tragende Oberfläche berühren. Du kannst dich „erden“, indem du ein paar Atemzüge lang bewusst dein Gewicht auf diese Berührungspunkte sinken lässt und gleichsam der Schwerkraft ein wenig nachgibst.
  1. Fordere dein Gleichgewicht heraus: Probiere nun aus, ob du die Unterstützungsfläche, die dich trägt ein kleines bisschen reduzieren kannst. Das muss keine große Sache sein: Wenn du auf beiden Beinen stehst, verlagere ganz langsam dein Gewicht auf ein Bein und versuche den anderen Fuß vom Boden zu heben. Oder hüpfe ein paar Mal. Oder stell dich mit beiden Füßen auf die Zehenspitzen. Wenn du gerade sitzt: steh ganz langsam und ohne Anstrengung auf. Beobachte, wie du dich innerlich organisieren musst, um mit möglichst wenig Aufwand auf beide Beine zu kommen. Erfinde eigene Variationen!

Wichtig ist, dass du langsam, leicht und bewusst vorgehst. Orientiere dich an den Feldenkrais-Arbeitsprinzipien. Wiederhole diese kleine Übung mehrmals am Tag. Es ist die Summe kleiner Veränderungen, die einen großen Unterschied machen und zu mehr Bewusstheit und Ganzheit beitragen.

Tagesseminar im Bewegungsatelier Leipzig: Gleichgewicht – Förderung von Koordination und Orientierung

Feldenkrais und Schauspiel

Ein persönlicher Erfahrungsbericht von David Jeker

[Zuerst veröffentlicht in der Mitgliederzeitschrift des FVD Feldenkrais-Verbands Deutschland e.V.: Feldenkraisforum 93 / Mai 2016 ]

„Wir verfügen nur über ein Instrument, um dem Publikum unsere Gefühle, unsere Emotionen, unsere Ideen zu vermitteln: den eigenen Körper.“ – (Michael A. Tschechow)[1]

Seit ich während meiner Schauspielausbildung eine erste flüchtige Bekanntschaft mit der Feldenkrais-Methode machte, führen Schauspielerei und Feldenkrais in mir eine lebendige Beziehung, die – wie das bei Beziehungen eben so ist – nicht immer frei von gelegentlichen Schwierigkeiten und Konflikten war, in der Summe aber äußerst fruchtbar verläuft. Was ich in den etwa fünfundzwanzig Jahren dieser Beziehung an Schwierigkeiten, Erkenntnissen und Entwicklungen erlebt habe, soll Thema des folgenden Artikels sein und zugleich eine Reflexion auf die Frage, ob das Theater ein natürlicher Nährboden für die Feldenkrais-Methode ist.

Version 5

Meine erste professionelle Begegnung mit der Schauspielerei hatte ich anlässlich eines ausgedehnten Workshops mit der italienisch-argentinischen Theatertruppe Teatro Nucleo. Dieses Ensemble arbeitete in der Tradition des Körpertheaters der sechziger und siebziger Jahre des 20. Jahrhunderts. Dementsprechend intensiv war das Training mit akrobatischen Übungen, Stockkampf und choreographischen Abfolgen selbst entwickelter Bewegungsvokabeln. Hinzu kamen Improvisationen, szenische Experimente, Exkurse in die Theater- und Kunstgeschichte sowie in Psychologie und Philosophie. Ich lernte einen Begriff kennen, der für mich einen verführerischen Klang hatte: „L’attore poeta“, der Schauspieler als Poet, beziehungsweise als Autor seiner Rolle. Die Welt, die sich mir damals eröffnete, war voller Möglichkeiten, Energie und Poesie. Ich war mit einer Profession konfrontiert, in der die Auseinandersetzung mit dem eigenen Leben, mit der psycho-physischen Ganzheit eine Voraussetzung war. Täglich im Proberaum mehrere Stunden Körper und Geist zu trainieren, herauszufordern und zu befragen wurde zur Gewohnheit. Die Erfahrungen mit dem Teatro Nucleo beeinflussen meinen Weg in gewisser Weise bis heute. Jedenfalls habe ich damals begonnen, es als eine Selbstverständlichkeit zu betrachten, dass Schauspielerei eine eigenständige, künstlerische Persönlichkeit verlangt, die reifen, sich entwickeln und entfalten möchte und dass Bewegung dabei eine zentrale Rolle spielt.

Ich erwähne dies so ausführlich, weil eine solche Vorstellung von Schauspielerei nicht unbedingt vorausgesetzt werden kann. Dies genauer zu analysieren und zu beschreiben, hat hier keinen Platz und würde den Rahmen dieses Artikels sprengen. Nur soviel: Ich bin immer wieder überrascht, wie viele Schauspieler zu sich selbst als Instrument kaum eine bewusste Beziehung haben. Bei der Vorbereitung auf Vorstellungen bedienen sich viele – wenn sie denn mehr tun, als eine Zigarette vor dem Auftritt zu rauchen – relativ wahllos irgendwelcher Übungen, an die sie sich aus dem Sprechunterricht an der Schauspielschule, aus Yoga oder Sport erinnern. An all dem ist nichts auszusetzen, aber häufig wirkt es etwas hilflos, und mir scheint, als wüssten überraschend viele nicht, was ihnen wirklich helfen könnte, um sich zweckmäßig auf den Zustand der Darstellung vorzubereiten.

Wir entwickeln uns lebenslänglich weiter und reifen wie ein kostbarer Wein

Die Feldenkrais-Methode lernte ich eher zufällig 1991 an der Schauspielschule in Bern kennen. Einer meiner Sprechlehrer gab mir eine Audiokassette mit zwei von Franz Wurm gesprochenen Atemlektionen, um mir bei meinen damaligen Stimmproblemen zu helfen. Ich hatte bis dahin noch nie etwas von Feldenkrais gehört, aber die langsamen Experimente mit mir selbst unter Anleitung dieser ruhigen, sonoren Stimme (die ich fälschlicherweise jahrelang für jene von Moshé Feldenkrais hielt), taten mir gut und weckten meine Neugierde. Ich begann irgendwann das Buch Bewusstheit durch Bewegung zu lesen und probierte in meinem Zimmer einzelne Bewegungssequenzen aus. Ihre Wirkung faszinierte mich, auch wenn ich nicht wirklich verstand, was da vor sich ging. Immer wenn ich im Leben gerade nicht weiter kam, stieß ich auf ein Buch von Moshé Feldenkrais und hatte das Gefühl, in der Methode dieses Mannes müsse die grundsätzliche Lösung meiner Fragen zu finden sein. Besonders seine Überzeugung, dass wir uns als Menschen lebenslänglich weiter entwickeln und reifen wie ein kostbarer Wein, der, je älter er wird, immer besser wird, hatte es mir angetan. Zudem ermutigte es mich in Bezug auf die Schwierigkeiten mit meiner Stimme, die sich als hartnäckig herausstellten und nicht kurzfristig zu beheben waren, obwohl ich mit allen möglichen Methoden intensiv die Stimme trainierte. Tiefergehend änderte sich daran erst etwas während meines Feldenkrais-Trainings von 2000 bis 2004 in Basel.

Wurde ich zu Beginn meiner Karriere als Schauspieler regelmäßig etwas besorgt gefragt, was denn eigentlich mit meiner Stimme los wäre, kamen nun immer häufiger Leute auf mich zu, die mich auf meine „interessante“ Stimme ansprachen – was durchaus positiv gemeint war. Für mich ist heute klar, dass diese Veränderung mit den vielen ATM-Lektionen zu tun hatte, die ich während der Ausbildung genoss. Ganz allmählich begann sich der obere Bereich meines Brustkorbs aufzurichten und die chronischen Verspannungen entlang des Stimmkanals um den Kehlkopf, im Hals und im Nacken nahmen ab. Es verging beinahe ein weiteres Jahrzehnt, bis ich immer öfter ein Lob auf meine „angenehme, beruhigende“ Stimme hörte. Hätte mir an der Schauspielschule jemand gesagt, dass es zwanzig Jahre dauern würde, um mein „Stimmproblem“ nachhaltig zu beeinflussen, es wäre frustrierend gewesen. Aber heute bin ich froh, nicht aufgegeben zu haben. Obwohl das nicht einmal ganz der Wahrheit entspricht, denn irgendwann hatte ich es aufgegeben, Stimmübungen zu machen, da sie scheinbar sowieso nichts brachten. Selbst dies sehe ich heute als einen wichtigen „feldenkraisischen“ Schritt. Ich hatte meine Zielfixierung aufgegeben und mir dadurch Druck genommen.

Auch jenseits des Stimmthemas war mir klar, dass die Feldenkrais-Methode meine Arbeit als Schauspieler positiv beeinflusst. Schließlich war ich es gewöhnt, den eigenen Körper, Bewegung mit all ihren Facetten, ja die ganze eigene Person als mein zentrales Ausdrucksmittel zu verstehen. Eine ganzheitliche Methode, bei der es um Selbsterforschung, Selbsterkenntnis und Selbstkompetenz geht, ist doch genau das, was wir brauchen! Dennoch fiel es mir enorm schwer, anderen Kollegen zu erklären wie Feldenkrais konkret der Schauspielerei dienen kann. Für die meisten sah es einfach nach Entspannung aus – sicherlich eine willkommene Abwechslung zum stressigen Probenalltag –, aber die Idee, es könnte sich um ein fundamentales Werkzeug zur Aus- und Weiterbildung ihrer Fähigkeiten handeln, erschien ihnen abwegig. Manche fanden es auch einfach zu introvertiert, zu langsam, zu unspektakulär. Ein Schauspielkollege, der seine Ausbildung in Belgien absolviert hatte, erzählte mir sogar, dass der dortige Leiter der Schauspielschule die Feldenkrais-Stunden aus dem Lehrplan strich, weil er angeblich mit den Studenten nach einer Feldenkrais-Lektion nicht mehr proben konnte.

Ich wusste gut, was damit gemeint war. Tatsächlich befand auch ich mich am Ende einer Lektion selten in einem geeigneten Zustand, um aufzutreten. In einem Advanced-Training sagte Larry Goldfarb nach einer ATM scherzhaft: „Do your famous Feldenkrais-Zombiewalk.“ Das traf den Nagel auf den Kopf. Durch Larrys Unterricht verstand ich auch den Grund dafür: Eine Feldenkrais-Stunde verlangt unter anderem eine vorübergehende Regression. Wir begeben uns in der Bewegungsentwicklung ein paar Stufen zurück, um bestimmte Zusammenhänge und Differenzierungen zu studieren, und am Ende der Stunde tauchen wir gerade aus den Tiefen dieser Reise wieder auf. Die meisten ATMs, die ich in meiner Ausbildung oder bei Feldenkrais-Lehrern in dieser Zeit erlebte, endeten mit einem Gang durch den Saal, der nicht selten genau so ein „Zombiewalk“ war, und der sich dann bestenfalls zu einem Aufwachspaziergang in Richtung Kaffeemaschine entwickelte. Das genügte als Alltags-Referenz. Einerseits hatten wir ja alle häufig genug gehört, dass die Wirkung der Stunde sich irgendwie untergründig in unserem Bewegungsrepertoire etablieren würde, andererseits schlugen wir uns mehr schlecht als recht mit der berühmten Frage nach dem Transfer des Erlebten in den Alltag herum. Um zur Schauspielerei zurückzukehren: zwischen dem Ende einer Feldenkrais-Lektion am Boden und der konkreten Arbeit auf der Bühne gab es eine gewaltige Lücke. Das war offensichtlich, und doch brauchte ich ziemlich lange, um zu verstehen, wie ich als Feldenkrais-Lehrer eine Brücke bauen konnte, wenn ich mit Theaterkollegen oder Schauspielstudenten Feldenkrais machen wollte.

Als ich eine Anfrage bekam, an der Bundesakademie für kulturelle Bildung in Wolfenbüttel Körperarbeit für die Bühne zu unterrichten, musste ich für dieses Problem endgültig eine Lösung finden. Zudem war klar, dass ich dort nicht nur ATM unterrichten konnte. Ich war gefordert, meine Erfahrungen als Schauspieler mit den Feldenkrais-Prinzipien zu verbinden.

Feldenkrais RolleJust in jener Zeit besuchte ich einen Workshop von Moti Nativ über die Wurzeln der Feldenkrais-Methode in den Kampfkünsten. In diesem Workshop entdeckte ich einen wesentlichen Link, um die genannte Lücke zu schließen. Bei Moti Nativ spielte es kaum eine Rolle, ob man gerade am Boden eine ATM machte oder eine Technik aus der Kampfkunst trainierte. Sein Unterricht war ein Ganzes, egal ob wir uns am Boden oder im Stehen, schnell oder langsam, kraftvoll oder ganz leicht bewegten. Es fiel mir wie Schuppen von den Augen: Sobald die Orientierung im Raum dazu kam und die Funktionalität einer Kampfkunsttechnik, entstanden spontan Präsenzund Reaktionsbereitschaft. Der Schlüssel war der Gebrauch der Aufmerksamkeit. Ich bemerkte, dass ich die Gewohnheit hatte, entweder meine Aufmerksamkeit bewusst nach innen zu richten, um zu spüren und sensorische Wahrnehmungen zu beobachten, oder sie bewusst nach außen in den Raum zu projizieren, um zu kommunizieren, mich zu orientieren oder zu handeln. Die dritte Möglichkeit, die sich mir in diesem Workshop eröffnete, war mir zuvor nicht wirklich bewusst: mit meiner Innenwelt und der Außenwelt gleichzeitig und gleichermaßen in Kontakt zu sein und zu handeln.

Eine buchstäbliche Entdeckung des Selbstverständlichen

Für mich war es eine buchstäbliche Entdeckung des Selbstverständlichen. Vor dieser Erfahrung hatte ich eine immense Scheu, große, ausladende Bewegungen in meinen Unterricht einzubauen, und schnelle Bewegungen waren quasi tabu. Nun verstand ich, wie ich die Grundsätze der Methode auf das ganze Spektrum möglicher Handlungen anwenden konnte, und mir wurde klar, wie ich am Ende einer ATM mit einer Veränderung des Aufmerksamkeitsfokus und ein paar Variationen des Tempos das Auftauchen aus dem regressiven „Zombiezustand“ bis hin zu wacher psycho-physischer Präsenz und Reaktionsbereitschaft weiterführen konnte. Im Nachhinein erscheint mir diese Erkenntnis banal. Ich hatte einfach einen wesentlichen Aspekt der Methode übersehen. Um es abgewandelt mit Moshé Feldenkrais‘ Worten zu sagen: mein Inneres hatte mit dem Äußeren keinen umfassenden Kontakt.[2]

Durch Feldenkrais habe ich verstanden, wie wichtig die Rahmenbedingungen fürs Lernen sind. Im Theater sind diese Bedingungen nicht immer optimal. Es herrscht meist enormer Termindruck, das Ziel (die Premiere) beherrscht alles, die Kommunikationskultur ist zuweilen nicht die gediegenste. In meinen Schauspiel-Workshops versuche ich den offenen Geist der Feldenkrais-Methode ins Theater bringen: ich verstehe sie als Labor, in dem die Teilnehmenden in einer Atmosphäre der Neugierde und Achtsamkeit ohne Konkurrenzdruck mit sich und ihren Ausdrucksmöglichkeiten experimentieren können. Fehler und Irrwege sind ausdrücklich erlaubt und Teil dieses Prozesses. Anders gesagt: Auch eine Schauspielübung oder eine Probe kann wie eine ATM gestaltet werden! Arbeitsgrundsätze wie Achtsamkeit, Langsamkeit, Leichtigkeit, Variantenreichtum, Umkehrbarkeit – um nur einige zu nennen – lassen sich auf jede Lernsituation anwenden. Und die Erarbeitung einer Rolle ist nichts anderes als eine kreative Lernsituation. Proben bedeutet, auszuprobieren und möglichst viele Variationen auszutesten, um sich der stimmigsten Möglichkeit Schritt für Schritt anzunähern. So kann es beispielsweise ein aufschlussreiches Experiment sein, eine Szene gegen den Strich zu spielen: Die Darsteller haben die Aufgabe, in jedem Moment das Gegenteil dessen zu spielen, was die dramaturgische Logik eigentlich nahelegen würde. Das gleicht der Anweisung in einer ATM, die Bewegung absichtlich anstrengender zu machen, als sie sein müsste. Als Resultat wird der angestrebte Selbstgebrauch meist klarer, leichter und müheloser.

Wie sich Theatergrundsätze auf eine ATM anwenden lassen

Bei Alan Questel entdeckte ich, dass sich umgekehrt auch Theatergrundsätze auf eine ATM anwenden lassen. Als Schauspieler gilt es, für jede Handlung deren Absicht oder Motivation zu klären und sich bewusst zu sein, in welchem Kontext sie steht. Mit anderen Worten, man muss die Situation genau kennen, in der man als Figur handelt. In seinem Workshop „Creating Creativity“ unterrichtete Alan Questel eine ATM mit dem Titel „Intention – Action – Context“. Die Hauptbewegung ist das Rollen aus der Rückenlage auf eine Seite und wieder zurück. Die Variationen entstehen aus den unterschiedlichen Kontexten und Situationen, die man sich als Grundlage dieser Handlung vorstellen kann: Zum Beispiel früh morgens im Bett auf eine Seite rollen, um den Wecker auszumachen. Oder dasselbe mit der Vorstellung, neben einem liege jemand, den man nicht wecken möchte. Oder das Ganze in einer eiskalten Hütte in den Bergen voller Vorfreude auf eine lange geplante Bergtour und so weiter und so fort. Durch die veränderten Kontexte und Situationen verändert sich natürlich auch die Handlung des Rollens. Das ist ein exemplarischer schauspielerischer Vorgang. Am Ende der ATM hat sich das Gleiche vollzogen wie nach einer „normalen“ ATM. Der Bewegungsablauf ist fließender, geschmeidiger, integraler als zu Beginn, aber zugleich sind die Ausführenden wacher und präsenter.

Moshé Feldenkrais selbst schien zum Theater eine besondere Beziehung zu haben. Laut seinem Biographen Mark Reese liebte er es, ins Theater zu gehen, und 1975 bemerkte er in San Francisco, dass er – hätte er noch Zeit für eine weitere Karriere – gerne Schauspieler werden würde.[3] Er wusste erstaunlich gut über die Schauspielerei Bescheid. Vermutlich lag das nicht zuletzt an seiner langjährigen engen Freundschaft mit dem Ha-Bimah Schauspieler Aharon Meskin, von dessen Arbeitsweise er fasziniert war und mit dem er sich intensiv austauschte. Er hatte die Werke von K. S. Stanislawski[4] gelesen, kannte Lee Strasberg[5] und dessen Actors Studio und unterrichtete sowohl am Ha-Bimah Theater in Tel Aviv als auch Peter Brooks[6] Ensemble in Paris. In dem Interview mit dem Theatertheoretiker und Regisseur Richard Schechner (aus dem das vorangestellte Zitat stammt) formulierte er seine eigenen Ideen darüber, was Schauspieler brauchen, um erfolgreich zu sein. Eigentlich gibt es kaum Zweifel, dass die Feldenkrais-Methode für darstellende Künstler in besonderem Maße wertvoll ist.

Version 3Dennoch war es für mich im Theaterkontext wichtig, zu verstehen, dass mir Feldenkrais eine sehr konkrete Methodik zur Verfügung stellt, mit der ich bestimmte Resultate erreichen kann und andere nicht. Wenn ich mich selbst auf eine Vorstellung vorbereite, benutze ich eher selten reine Feldenkrais-Lektionen. Ich beginne vielleicht ein paar Minuten auf dem Boden mit einem Scan, um meine „Neutralität“ zu finden, mit der Schwerkraft und meinem Skelett in Kontakt zu kommen. Danach sind jedoch eher Übungen gefragt, die den Energiefluss anregen, das Raum- und Partnerbewusstsein steigern und die Reaktionsbereitschaft wecken. In dem erwähnten Interview sagt Richard Schechner zu Moshé Feldenkrais: Was Sie tun, ist eine grundlegende Schulung des Menschen.[7] Schauspielerinnen und Schauspieler lernen in Feldenkrais-Lektionen natürlich genau dasselbe wie alle anderen Feldenkrais-Praktizierenden auch. Ich erlebe das, was mit der Feldenkrais-Methode erreicht werden kann, als eine generelle Verbesserung der Infrastruktur meiner Handlungsfähigkeit. Mit den Bewegungs- und Wahrnehmungsexperimenten am Boden konnte ich die nötigen Grundlagen ausbilden und fördern, um in anderen Zusammenhängen wirksam und erfolgreich handeln zu können. Das war und bleibt selbstredend ein langfristiger (und wie die Geschichte mit meiner Stimme zeigt, zuweilen auch langwieriger) Prozess. Doch gerade diese Arbeit an den Grundlagen ist, wie ich finde, für alle darstellenden Künstler enorm lohnend, da sie mit der „Feldenkrais-artigen“ Herangehensweise auch ein Verfahren an die Hand bekommen, mit dem sie im Verlauf ihrer gesamten Karriere die Lernprozesse, die ihrem Beruf immanent sind, selbständig und kreativ handhaben können.

Darüber hinaus steht natürlich außer Frage, dass Schauspielerinnen und Schauspieler ein sehr spezifisches Handwerk beherrschen müssen, das durch ATM-Unterricht und wachsende Selbstbewusstheit nicht automatisch mit abgedeckt wird. Wenn jemand jedoch in „Bewusstheit durch Bewegung“ geschult, seine Infrastruktur folglich gut gepflegt ist, fällt es ihm bzw. ihr vermutlich leichter, schauspielerische Techniken zu erlernen, welche ja immer die körperlich-geistige Ganzheit der Person ansprechen sollten. Eine Schauspiel-Methode, die sich meiner Erfahrung nach mit Feldenkrais besonders gut verbinden lässt, ist jene von Michael Tschechow[8]. Tschechows Arbeit gründet auf Imagination und Bewegung und verlangt ein hohes Maß an Bewusstheit. Spielerisch und kreativ zielt sie darauf ab, die künstlerische Persönlichkeit der Schauspielerinnen und Schauspieler zu voller Entfaltung zu bringen. Tschechow entwickelte kein rigides System, das streng befolgt werden muss, sondern eine Fülle praktischer psycho-physischer Übungen, die ganz im feldenkraisischen Sinne erforscht, variiert und verinnerlicht werden sollen und sich gegenseitig befruchten.

Inzwischen ist Feldenkrais für Schauspielerinnen und Schauspieler kein Fremdwort mehr. An vielen Schauspielschulen kommen sie zumindest sporadisch mit der Methode in Berührung, an manchen Hochschulen, wie beispielsweise der HKB in Bern oder an der UdK in Berlin, erleben sie Feldenkrais sogar als festen Bestandteil des Lehrplans. Dennoch bilden die darstellenden Künste meiner Ansicht nach in Deutschland (noch) keinen natürlichen Nährboden für die Feldenkrais-Methode, vielleicht weil sie so grundlegend und ihre nachhaltige Wirkung nicht immer auf den ersten Blick zu erkennen ist. Aber das Potential dafür ist vorhanden und vielleicht ist sogar eine Entwicklung in diese Richtung im Gange.

In meinen eigenen Workshops bin ich bestrebt, eine Arbeitsatmosphäre in Feldenkrais-artigem Geist zu schaffen. ATM-Lektionen benutze ich, um die Grundlagen der Arbeit zu legen und neue Ideen einzuführen, die dann mit Hilfe von Übungen aus schauspielspezifischen Trainings weiter erforscht und ausgearbeitet werden. Auf diese Weise möchte ich den Teilnehmenden Gelegenheit geben, sich selbst als „Attori poeti“ zu erfahren, als Autoren ihrer Rollen beziehungsweise ihrer Performances, auf dass sie sie mit den eigenen Fragen ans Leben durchdringen und bereichern können. Eine Arbeit, die selbstredend nicht mit einem Workshop oder einer Premiere endet, sondern sich im Idealfall wie eine Basslinie durchs ganze Leben zieht.


[1] Michael Tschechow, Lektionen für den professionellen Schauspieler, Berlin 2013.

[2] Moshé Feldenkrais, Verkörperte Weisheit, Gesammelte Schriften, 2013; S. 144. [„Wenn ein Schauspieler gut ausgebildet ist, seines Körpers, seiner Augen, seines Mundes, seiner Willensäußerungen bewusst ist und das Innere mit dem Äußeren umfassenden Kontakt hat, kann er selbst entscheiden, was er tun möchte.“]

[3] Mark Reese, Moshé Feldenkrais: A Life in Movement, 2015; S. 73.

[4] Konstantin Sergejewitsch Stanislawski (1863 – 1938), russ. Schauspieler, Regisseur und Schauspiellehrer.

[5] Lee Strasberg (1901 – 1982) US-amerikanischer Schauspiellehrer und Regisseur, Begründer des Method Actings.

[6] Peter Brook (geb. 1925), britischer Theaterregisseur, einer der prägendsten Vertreter des modernen Theaters im 20 .Jhdt.

[7] Moshé Feldenkrais, Verkörperte Weisheit, Gesammelte Schriften, 2013; S. 144.

[8] Michael A. Tschechow (1891 – 1955), russ. Schauspieler und Schauspiellehrer; Neffe des Dramatikers Anton Tschechow.

Natürliche Bewegung – und wie wir sie erhalten können

Wenn Du versuchst, Dir eine Wildkatze in freier Wildbahn vorzustellen, taucht wahrscheinlich sofort ein lebendiges Bild von natürlicher Beweglichkeit auf. Die Wildkatze bewegt sich mit Leichtigkeit, Eleganz und Geschmeidigkeit, sie benutzt nur soviel Kraft wie nötig und das zumeist ihr ganzes Leben lang. Ihre Bewegungen sind von nichts als der Schwerkraft und den absoluten Einschränkungen ihres Skeletts und ihrer Gelenke limitiert, sie ist wach, präsent und dynamisch.

Ich schlage nicht vor, dass wir alle zu Wildkatzen mutieren sollen, aber als zivilisierte Menschen in einer hoch entwickelten Kultur verlieren wir im Laufe des Lebens unsere natürliche Beweglichkeit oft unverhältnismäßig früh. Einschränkende Gewohnheiten, die durch Krankheiten, Unfälle, Ängste, traumatische Erlebnisse oder einfach durch das Befolgen von unhinterfragten Regeln entstanden sind, limitieren das Repertoire und die Qualität unserer natürlichen Bewegungsfähigkeit zunehmend und oft in übertriebenem Maße – es sei denn, wir steuern dagegen! Doch wie sollen wir das anstellen?

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Moshé Feldenkrais hat in über vierzig Jahren eine Methode zur Verfeinerung und Förderung des menschlichen Verhaltens entwickelt. Er entschied sich, Bewegung nicht zu „lehren“ und dem Körper durch stereotype „Übungen“ einzuprägen wie viele andere Übungs- oder Trainings-Methoden, sondern sie zu benutzen, um menschliches Funktionieren von Grund auf zu untersuchen. Es gelang ihm eine Methode zu schaffen, die, auf organische Weise und sehr individuell, tiefgreifende Veränderungen von Handlungsgewohnheiten ermöglicht.

Natürliche Bewegung entsteht durch harmonische Koordination und fühlt sich sowohl sicher als auch elegant an. Dies gelingt weder unter den frustrierenden Bedingungen eines ständigen Wettbewerbs (wie er von unserem modernen Alltag häufig hervorgerufen wird) noch durch strenge Selbsttyrannei (wie die Fitnessindustrie uns gerne einzutrichtern versucht). Im Gegenteil, wenn wir unsere authentische Art uns zu bewegen wiedererlernen wollen, brauchen wir ein sicheres, angenehmes und entschleunigtes Lernumfeld.

Feldenkrais Stunden haben nichts mit physischer Anstrengung oder Imitation vorgegebener Bewegungen zu tun. Sie zielen vielmehr auf einen autonomen Lernprozess, der ein exklusiv menschliches Talent anzapft: unsere Fähigkeit zur  Bewusstheit – diese einzigartige Gabe, die es uns erlaubt, die geringsten Details unseres Tuns wahrnehmen zu können. Der körperliche Kraftaufwand bei dieser Art des Lernens ist minimal:

  • Du horchst auf das, was in Dir geschieht, während Du Dich bewegst.
  • Du verwendest deine Kräfte dafür, die Qualitäten deiner Bewegung zu verfeinern.
  • Du benutzt deine Sinne, um Verbindungen und Beziehungen in Dir selbst zu entdecken.
  • Du entwickelst eine immer subtilere Unterscheidungsfähigkeit, um entscheiden zu können, was für dich am besten funktioniert.
  • Du lernst, Dich selbst zu befragen und auf die Antworten von innen zu horchen.

Die Feldenkrais-Trainerin Ruthy Alon beschreibt diesen Prozess folgendermaßen: „Wenn du dich darauf einlässt, kann es sein, dass du dich wie ein Kind fühlst, das auf einen riesigen Spielplatz voller ungewöhnlicher Spiele geführt wird, wo es – von Neugierde inspiriert – beginnt mit Bewegung zu spielen und allmählich, fast nebenher, ein Meister seiner eigenen natürlichen Bewegungsfähigkeit wird“. Indem Du Deine Bewegungen auf vielfältige Weise erforschst, bereicherst Du Dein Bewegungsvokabular mit neuen Optionen, die Dir helfen, Dich freier, leichter und sicherer zu bewegen. Du folgst beispielsweise den Fragen: wie komme ich vom Liegen zum Sitzen? Wie erhebe ich mein Gewicht vom Boden? Wie drehe ich mich, wie bücke ich mich, wie hebe ich etwas auf? Wie kann ich mich mit der Gravitation in einer Weise arrangieren, die sowohl angenehm als auch wirksam ist.

„Bewusstheit durch Bewegung“, die Gruppenstunden von Moshé Feldenkrais, bieten eine Möglichkeit, mehr Wachheit, Präsenz und Dynamik in Dein Handeln und Bewegen zu bringen.

In Leipzig kannst Du dies im Bewegungsatelier in der Alten Handelsschule ausprobieren: „Die Kunst natürlicher Bewegung“, fortlaufende Feldenkrais Gruppenstunden am Dienstag Abend oder Tagesseminar am 26. Juli 2014 „Nackenfreiheit und Schulterlösungen“

Michael Merzenich, Mitgründer von Posit Science und Pionier auf dem Gebiet der Gehirnplastizität über Hirnforschung, Lernen und die Feldenkrais-Methode

Der Neurowissenschaftler Dr. Michael Merzenich spricht darüber, dass er schon seit langem den Ansatz von Feldenkrais zu schätzen weiß und sich selbst bei der Arbeit mit Patienten, die sich von schweren Einschränkungen erholen, auf ähnlich Prinzipien stützt. Er betont die Wichtigkeit von Variationen: Das Gehirn kann nur lernen und gut funktionieren, wenn es durch eine Vielzahl von Herausforderungen, von Möglichkeiten, von Bewegungsvariationen stimuliert wird. Das Gehirn braucht bestimmte Bedingungen, die es ihm erlauben, die Aufgaben, die man ihm stellt, optimal zu lösen. Dazu gehört, dass das Gehirn am besten funktioniert, wenn ihm ein Problem immer wieder aus einer anderen Perspektive präsentiert wird, wenn folglich eine Aufgabe aus allen nur denkbaren Richtungen angegangen wird. Ebenfalls entscheidend für erfolgreiches Lernen ist die Tatsache, dass das Gehirn sich nur verändert, wenn ihm etwas wichtig erscheint. Das heißt, wir brauchen echte Motivation, bei dem, was wir tun und lernen wollen. Wir müssen uns engagieren und auf die Aufgabe einlassen, wir müssen unsere Aufmerksamkeit fokussieren und bewusst erleben, was mit uns geschieht. Das sei tatsächlich eine neurologische Angelegenheit, weil das Maß der Motivation darüber bestimmt, welche Neurotransmitter ausgeschüttet werden! Wir können uns über die Möglichkeit von Veränderung bewusst sein oder eben nicht. Und diese Bewusstheit macht einen Unterschied bezüglich dessen, was heraus kommt. In Feldenkrais-Stunden wird damit konkret gearbeitet. Zudem hebt er den spezifisch feldenkraisischen Ansatz hervor, alle vorgefundenen Einschränkungen und Schwierigkeiten zunächst einmal voll und ganz anzunehmen und als Basis zu nutzen, um Entwicklungs- und Verbesserungsmöglichkeiten zu entdecken, und sie dann im Einklang mit der ganzen Person zu fördern. Sein Fazit: „Es liegt viel Weisheit in der Entstehungsgeschichte dieser Methode“.

Die Kunst natürlicher Bewegung

 

Natürliche Bewegung ist eine wichtige Basis für Gesundheit und Zufriedenheit. Sie fühlt sich sowohl sicher und mühelos als auch leicht und elegant an. Um die eigene natürliche Beweglichkeit wiederzuentdecken, benötigen wir einen autonomen Lernprozess in einem offenen und sicheren Rahmen. Die Feldenkrais-Stunden »Bewusstheit durch Bewegung« bieten genau das.

Bewusstheit durch Bewegung, Feldenkrais Gruppenunterricht

Feldenkrais Gruppenunterricht

Gesunde, natürliche Bewegung entsteht, wenn man über seine Kraft so verfügt, dass man sie entsprechend der Absicht und den zur Verfügung stehenden Mitteln einsetzt, ohne dabei parasitäre (also überflüssige, der Handlungsabsicht entgegen laufende) Bewegungen auszuführen.

Merkmale wirksamer Handlung:

  • Mühelosigkeit: Wirksame, natürliche Bewegungen fühlen sich – unabhängig vom tatsächlichen Energieaufwand – mühelos an, weil keine parasitären Muskelspannungen an ihr beteiligt sind. Das Gefühl von Mühe und Anstrengung entsteht dadurch, dass noch andere Handlungen als nur die Beabsichtigten ausgeführt werden.
  • Widerstandslosigkeit: Bei jeder gut organisierten Handlung wird von den Beckengelenken her Kraft durch die Wirbelsäule zum Kopf geleitet. Die Kontraktionen entlang der Wirbelsäule sind gerade groß genug, um sie in der Stellung zu halten, die  für die Kraftübertragung am besten ist. Es findet keine Kontraktion der Kopf- und Hals-muskulatur statt – es sei denn, gerade dies wäre die Absicht. Die Empfindung von Widerstand entsteht dadurch, dass die Glieder, der Brustkorb, die Schultern oder irgendein anderer Körperteil dazu gezwungen werden, die Arbeit der Becken- und Unterleibsmuskeln zu übernehmen.
  • Umkehrbarkeit: Wenn eine entworfene oder beabsichtigte Handlung begonnen oder unterlassen und in jedem Augenblick an jedem Punkt ihrer Bahn angehalten, umgekehrt, fortgesetzt oder durch eine andere Handlung ersetzt werden. Umkehrbarkeit lässt sich als Prüfstein und Maßstab fast jeder menschlicher Tätigkeit anwenden.
  • Atmung: Ruhige spontane Atmung bis in den Bauch oder bewusst zur Bewegung koordinierte Atmung.
  • Gefüllter Unterbauch: Der Unterleib bleibt frei und fühlt sich angenehm gefüllt an. Der Bauch ist weder angespannt noch hart oder eingezogen.

Der Ablauf sollte sich spielend leicht, anmutig und angenehm anfühlen und von außen als eine einfache, fließende Bewegung wahrzunehmen sein. Moshé Feldenkrais schreibt in seinem Buch »Das starke Selbst«: „Lernen Sie, mit diesem Zustand als Maßstab und Richtlinie aufzustehen, sich aufzurichten, zu stehen, zu sprechen, zu essen, zu lieben, zu arbeiten, aufs Klo zu gehen, zu denken!“

Die häufigsten Gründe, die dazu führen, dass wir uns nicht natürlich und wirksam bewegen, stammen aus unserer komplexen Beziehung zur Umwelt. Wenn wir zu sehr unter Druck stehen, Angst haben oder gestresst sind, wenn heftige Gefühle oder große Erregung sich im gesamten Nervensystem und in der Muskulatur verbreiten, wird die Feinsteuerung unmöglich gemacht. In solch einem Zustand handeln wir unter innerem Zwang und können keine alternativen Handlungsmöglichkeiten erkennen. Bei häufiger Wiederholung können allmählich ungünstige Bewegungsgewohnheiten entstehen, die den gesamten Organismus beeinträchtigen. Um zu natürlicher, gesunder Bewegung zurückzukehren, müssen wir unsere Gewohnheiten in Frage stellen und überholen!

Anzeichen für einen unzweckmäßigen Selbstgebrauch:

  • Atem anhalten
  • sich steif machen
  • einzelne Körpersegmente fest in einer Stellung fixieren
  • übermäßig Kraft aufwenden
  • zur Handlungsabsicht  gegenläufige (parasitäre) Kräfte

Nur ideale Menschen würden keine solchen unnützen Gewohnheiten entwickeln – ideale Menschen gibt es jedoch bekanntlich nicht. Wir können immer lernen, die Qualität dessen, was wir tun, zu verbessern, unabhängig davon, wie alt wir sind, unter welchen Bedingungen wir leben und welche persönliche Geschichte uns prägt. Was wir dafür benötigen, ist ein organischer Lernprozess bei dem wir Handlungen und Situationen von unbewussten Gefühlen, Spannungen und Anstrengungen befreien und zulassen, dass die Selbstorganisationsfähigkeit des Nervensystems neue, angemessenere Bewegungs- und Haltungsmuster erzeugt.

 

Lebensträume

„A healthy person is one who can live fully his unavowed dreams.“ – (Moshé Feldenkrais, „On Health.“ Dromenon, 1979)

Haben die Träume deiner Kindheit einen Platz in deinem Leben als Erwachsener? Tust du das, was du bewusst oder unbewusst schon immer gerne getan hättest? Hast du das Gefühl, auf dem für dich richtigen Weg zu sein?

Moshé Feldenkrais Maß für Gesundheit war nicht die An- oder Abwesenheit von Krankheit, sondern die Fähigkeit eines Menschen, seine bewussten und unbewussten Träume zu leben! Dabei dachte er vor allem an die sinnesreichen Träume, die wir in der Kindheit und Jugend hatten, bevor all die praktischen Themen des Lebens unser Verhalten zu dominieren begannen. Vielleicht der Wunsch zu malen, Gedichte zu schreiben, zu tanzen, zu singen, Theater zu spielen oder eine Weltreise zu unternehmen – um nur wenige markante Beispiele zu nennen. Vielleicht handelt es sich auch um eine spezielle, ganz individuelle Art und Weise, eine bestimmte Tätigkeit auszuführen und das eigene Leben zu gestalten. Wir alle haben solche Träume während wir aufwachsen. Oft beinhalten sie die Sehnsucht, einen einzigartigen Aspekt der eigenen Persönlichkeit mit Anderen und der Welt zu teilen. Etwas, das uns ganz und gar mit Lebendigkeit, Präsenz und Freude erfüllt, etwas, das uns spüren lässt, wer wir im Grunde wirklich sind.

Es scheint heute nahezu eine Kunst zu sein, ein Leben zu führen, bei dem man sowohl mit den eigenen Träumen in Kontakt bleiben als auch seinen Verpflichtungen angemessen nachkommen kann. Dabei dürften diese beiden Aspekte des Lebens kein Widerspruch sein, im Gegenteil: Für ein erfülltes, vitales und befriedigendes Leben müssen sie Hand in Hand gehen!

Lebensumstände oder eine Arbeit, die sämtliche Träume und tieferen Aspekte des Selbst außen vor lassen, können weder erfolgreich noch gesund sein. Wenn die Anforderungen der sozialen und beruflichen Rollen so dominant werden, dass die Lebensbalance in eine schwere Schieflage gerät, fühlen wir uns nicht nur gestresst, sondern tief innen auch unehrlich uns selbst gegenüber, weil ein wesentlicher Teil fehlt. Dieses Gefühl, irgendwie unvollständig zu sein, kann etwas Gutes haben und uns zu den Träumen zurückführen, die uns tief im eigenen Inneren motivieren und antreiben.

Meine Erfahrung ist: Wenn man über längere Zeit regelmäßig Feldenkrais praktiziert, stößt man allmählich unweigerlich auf die tieferen Motivationen und verborgenen Träume, die in einem schlummern. Diese Art der achtsamen, ganzheitlichen Körperarbeit hilft einem, Stück für Stück besser zu erkennen wer man wirklich ist und drängt einen dazu, dem Leben zu verleihen, was man entdeckt.

„Auch in unserer Kultur gelingt es Einigen, ihren gesunden Lebensprozess bis ins hohe Alter zu kultivieren – ein Alter in dem die Ungesunden bereits kauzig und krank sind. (…) Der herausragende Unterschied zwischen solch gesunden Leuten und den Anderen ist, dass sie, sei es per Zufall, durch Genie oder weil sie einen gesunden Lehrer hatten, herausgefunden haben, dass Lernen das Geschenk des Lebens ist. Sie lernen zu erkennen, wie sie handeln und sind deshalb in der Lage zu tun, was sie wollen – ihre verborgenen und zuweilen bewussten Träume intensiv zu leben.“ – (Moshé Feldenkrais, „On Health.“ Dromenon, 1979)

Zusammen mit meiner Kollegin Kerstin Graß, die als Personal Coach ein wirksames Handwerkszeug besitzt, mit dessen Hilfe man an der Verwirklichung seiner Träume arbeiten kann, biete ich am 3. und 4. Februar 2012 ein Wochenendseminar „Inspiration Lebenstraum an. Es soll eine Werkstatt sein, in der die Teilnehmenden mit den Quellen der eigenen Träume in Kontakt treten können. Feldenkrais-Stunden, Imaginationsübungen und verschiedene Coaching-Techniken werden einen sicheren, gut geführten Rahmen bieten, um sich mit den schlummernden oder bereits erwachenden Lebensträumen auseinander setzen zu können und erste Schritte zu ihrer Verwirklichung zu finden. (Mehr unter Cordoror)